Die Geschichte des Boxbergs 
 


Seit über 130 Jahren fanden auf dem weitläufigen Gelände, das der Armee des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha als Exerzierplatz diente, Pferderennen statt. 1878 wurde auf Initiative des Pferdeliebhabers Herzog Ernst II. der Mitteldeutsche Rennverein gegründet. Dieser erhielt die Aufgabe auf dem 60 ha großen Areal eine Pferderennbahn mit den dazugehörigen Gebäuden zu errichten. Mit den Baumaßnahmen nach englischem Vorbild wurde direkt begonnen. Noch im selben Jahr, am 22. September 1878, konnte zum ersten Mal die Rennglocke vor einer neuen Kulisse ertönen – der prachtvollen Haupttribüne. Angelegt als Rennbahn für Flach- und Hindernisrennen gehörte der Boxberg damals schon zu eine der technisch schwierigsten Bahnen.


Im darauf folgenden Jahr wurde ein Meeting ins Leben gerufen, das bis zum ersten Weltkrieg das höchst dotierte Rennen in Deutschland werden sollte und dem Boxberg eine Blütezeit besonderen Ausmaß bescherte – der „Große Preis von Thüringen“. 

Der Erste Weltkrieg beendete auf einen Schlag die großen Boxberg Meetings mit Volksfestcharakter, die über deutsche Grenzen hinaus berühmt waren. Anstelle von eleganten Pferden und flanierenden Damen wurde das Gelände die nächsten Jahre landwirtschaftlich genutzt. Trotz vieler Bemühungen konnte erst im Jahre 1928 wieder ein Renntag stattfinden. Der Zweite Weltkrieg brachte das Renngeschehen auf dem Boxberg zum zweiten Mal zum erlegen. 

1953 ging das Gelände in Volkseigentum über. Trotz vieler anfänglichen Schwierigkeiten konnten während 40 Jahre DDR Renntage auf dem Boxberg abgehalten werden. Tausende von Besuchern strömten wieder auf das Gelände. 

Mit der „Wende“ begann auch auf dem Boxberg eine neue Zeitrechnung. Die Reprivatisierung erfolgte im Jahre 2000 mit dem Erwerb des Geländes durch die Galopprennbahn Boxberg GmbH. Der in Rudimenten noch existierende Mitteldeutsche Rennverein verzichtete im selben Jahr auf etwaige Rückführungsansprüche. Zeitgleich gegründete sich der Rennverein Gotha-Boxberg e.V. mit dem Ziel, „die glorreichen Zeiten auf der historischen alten Bahn wieder aufleben zu lassen.“ Über ein Jahrzehnt fanden neben den Galopprenntagen, die zu einer festen Institution geworden waren, diverse andere Veranstaltungen statt.